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Tipps und Tricks für den Fahreralltag !

Einfahren

Im Idealfall ist das Einfahren eine unspektakuläre Angelegenheit. Der Mensch geht mit Vorfreude und Neugierde an die Sache heran, es gibt keine negativen Emotionen wie z. B. bei der Korrektur von Problemhunden und man ist bereit gemeinsam mit dem Hund etwas Neues lernen. Der Hund ist Unbekanntem gegenüber aufgeschlossen, vertraut seinem Menschen und erkennt schnell das er mit seinem Tun positiv auffällt. Hier reichen meist schon einige, wenig zeitintensive Wiederholungen um den Hund einzufahren und auch dauerhaften Fahrspaß zu haben. Nur das es nicht ausschließlich Idealfälle gibt …

Zugfahrzeuge sind für alle Hunde zunächst einmal Fremdkörper die ihnen völlig unbekannt sind. Es liegt alleine beim Menschen dem Hund mit positiver Bestärkung bei der Entscheidung zu helfen, ob dieser Fremdkörper für ihn eine Bedrohung darstellt oder nicht. Gerade wenn man seinen Hund in einer Zugstange fahren möchte, muss man sehr behutsam vorgehen, denn den meisten Hunden ist das feste eingespannt sein am Anfang unheimlich. Das Ziehen in Seilanspannung ist leichter zu erlernen, aber auch hier sollte man genauso gewissenhaft an die Sache gehen. Besser man verteilt mehrere kurze Übungssequenzen über ein paar Tage, als den Hund in einer Hauruckaktion völlig zu verängstigen. Gerade bei Hunden denen das Einfahren besonders leicht oder schwer fällt, darf man nicht aus Übermut oder Ungeduld zu schnell werden.

Lässt man dem Hund nicht genügend Zeit um das erlernte umzusetzen kann es auch Monate später noch zu Problemen kommen. Eine in unseren Augen vielleicht völlig unerhebliche Situation kann den Hund erschrecken und die verborgene Furcht vor dem Fahrzeug entfachen. Solchen Hunden ein zweites Mal die Freude am Fahren zu vermitteln ist sehr schwierig, zeitaufwendig und nicht selten sogar unmöglich. Um diesen Fall gleich im Ansatz zu vermeiden empfiehlt es sich nicht nur für Anfänger, sich die ersten Schritte von einer Person mit langjähriger Erfahrung in der Hundeausbildung und natürlich speziell im Einfahren von Hunden zeigen zu lassen.

An dieser Stelle sei gesagt, dass man die Wahl seines "Fahrlehrers" aus den genannten Gründen sehr sorgfältig treffen sollte. Der Fahrsport hat inzwischen doch einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht, der normale Hundeschulen dazu inspiriert Fahrkurse anzubieten. Das ist soweit erstmal nichts schlechtes, aber man sollte darauf achten, dass die Hunde ausschließlich über positive Bestärkung trainiert werden, für jeden Hund ein passendes Zuggeschirr vorhanden ist und Verletzungsgefahren durch ungeeignetes Material wie z. B. kuriose Eigenbauten oder zweckentfremdete Führgeschirre ausgeschlossen werden.

Kommandos

Wenn eine Fahrt in Seilanspannung nicht vollkommen chaotisch enden soll, sind Richtungskommandos unverzichtbar. Diese übt man am besten schon ein paar Wochen vor der ersten Fahrt, in dem man beim Spaziergang an jeder Abzweigung das entsprechende Kommando gibt und den Hund ausgiebig lobt wenn er es richtig gemacht hat. Manchen Hunden genügt die einfache Ansage der Richtung um das Kommando bald zu verknüpfen, andere brauchen ein wenig mehr Motivation z. B. in Form von in die entsprechende Richtung fliegenden Leckerlies. Solche Hilfsmittel sollte man aber vor der ersten Fahrt abbauen, denn ein Hund der nach jedem Richtungskommando plötzlich stehen bleibt um auf seine Belohnung zu warten ist nur für Andere lustig.

Außerdem muss der Hund lernen angespannt vor dem Fahrzeug zu warten und erst auf Kommando loszulaufen. Zappelt der Hund am Start unkontrollierbar herum ist es nicht nur schwierig aufzusteigen, sondern auch möglich das der Hund sich im Zugseil verheddert oder im schlimmsten Fall mit dem Fahrzeug stiften geht. Ist der Hund in dieser Situation noch unsicher, sollte man nur mit einer Hilfsperson oder notfalls einer Sicherungsleine starten, welche das Fahrzeug an einem stabilen Gegenstand hält bis man die Sicherungsleine löst.

Kommandos fürs langsamer werden und stehen bleiben sind nicht zwingend, nötig da jedes Fahrzeug gute Bremsen haben muss, aber für Hund und Mensch durchaus eine willkommene Erleichterung. Üben kann man dies aber noch während der ersten Fahrten.

Ob man nun die Kommandos aus dem Schlittenhundesport wie "Gee" (für rechts) oder "Haw" (für links) verwendet oder sich eigene Kommandos ausdenkt, bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist lediglich, dass die Kommandos eindeutig und nicht zu lang sind.

Training

Das Training ist immer eine individuelle Angelegenheit, welche auf den Hund und die Ziele des Menschen abgestimmt werden muss. Für die meisten gibt es kein wirkliches Ziel, allenfalls der Gedanke eine gemütliche Runde im Grünen zu drehen oder zum Laden ins Nachbardorf zu fahren. Andere träumen von der Teilnahme an einem Rennen, die teilweise im Rahmen von Schlittenhunderennen auch für Sacco-, Trike-, Roller- und Fahrradfahrer möglich sind.

In beiden Fällen ist es wichtig die Streckenlänge und das Tempo langsam zu steigern und den Hund niemals bis zum Ende seiner Kräfte ziehen zu lassen. Der Hund sollte immer motiviert ins Ziel laufen und am besten noch Lust auf eine Runde Ball werfen haben. Wie lange und schnell man mit seinem Hund fahren kann muss anhand des aktuellen Trainingsstands, des Fahrzeugs und der vorhandenen Strecken entschieden werden. Ein Hund der es gewohnt ist längere Strecken am Rad zu laufen, ist nach ein oder zwei Kilometern Zugarbeit im leichten Terrain gerade mal warm geworden. Ein Hund der nicht besonders sportlich ist und sich vielleicht noch ein paar kleine Pölsterchen abtrainieren muss, wird mit dieser Strecke am Anfang ggf. völlig überfordert sein. Hier liegt es am Hundehalter zu erkennen wie viel dem Hund gut tut und sich wie schon beim Einfahren in kleinen Schritten voran zu arbeiten. Hat man sich für das Einfahren mit Hilfe eines "Fahrlehrers" entschieden, wird dieser sicher einen Trainingsplan für die Anfangszeit mitgeben und auch später für Fragen zur Verfügung stehen.

Um die Motivation zu erhalten und den Hund nicht zu überlasten, sollte man immer 1-2 Tage Pause zwischen den Touren einlegen. Natürlich gibt es Hunde die sich am liebsten mehrmals am Tag auspowern würden und kein Ende kennen, aber hier muss man die Hunde tatsächlich vor sich selbst schützen um gesundheitliche Schäden zu vermeiden. An den Pausentagen kann man den Hund bei Bedarf mit Kopfarbeit auslasten oder mit einem Sport der andere Körperpartien trainiert und so etwas Abwechslung bieten.

Auch wenn man nicht vor hat an Rennen teilzunehmen sollte man sich notieren wann und wie lange man gefahren ist, denn so ein schönes Erlebnis möchte man ja gerne wiederholen und vergisst darüber schnell, dass die letzte Tour garnicht so kurz und garnicht so lange her war. Sinn macht es auch aufzuschreiben, wie der Hund gearbeitet hat, wie das Wetter war und welche Strecke man gefahren ist. So erkennt man schnell ob der kleine Durchhänger nur an den etwas zu hohen Temperaturen lag oder es doch ein dauerhafter Leistungsabfall ist, ob es reicht die Strecke erstmal wieder auf den alten Stand zurück zu schrauben oder ob man doch mal den Tierarzt aufsuchen sollte. Für Technikbegeisterte, die es ganz genau wissen wollen gibt es aus dem Radsportbereich GPS-Geräte, welche die zurückgelegten Strecken aufzeichnen und mit deren Hilfe man Daten wie z. B. Streckenlänge, Höhenunterschiede, Geschwindigkeit, usw. auswerten und vergleichen kann. Natürlich muss man das nicht haben, aber gerade für Rennambitionierte können solche Spielereien ganz nützlich sein.

Wo darf ich fahren ?


Um ein Hundegespann führen zu dürfen, braucht man keinen Führerschein, aber man muss sich trotzdem an gewisse Regeln halten.

Ein Sacco-Cart wird im Straßenverkehr als Fuhrwerk gewertet und darf daher wie eine Pferdekutsche, auf der Straße bewegt werden. Allerdings bedeutet dies auch, dass man nicht auf Fahrrad- oder Fußwegen fahren darf, was in der Praxis aber nicht immer möglich ist ohne sich oder Andere in Gefahr zu bringen. Bevor man also auf einer stark befahrenen Landstraße Unfälle riskiert, ist es sinnvoll auf den leeren Fahrradweg auszuweichen und im Notfall auf das Verständnis der Obrigkeit zu hoffen. Hunde in Seilanspannung haben auf der Straße nichts zu suchen – viel zu groß ist die Gefahr, dass der sonst so perfekt erzogene Hund aus Schreck oder z. B. wegen einer Katze auf der anderen Straßenseite einen Satz zur Seite macht und unter ein Auto kommt. Wer mit einem Tretroller unterwegs ist, darf laut § 24 StVO auch ohne Hund nicht damit auf der Straße fahren, weil ein unmotorisierter Roller – egal ob für Kinder oder Erwachsene – nicht als Fahrzeug im Sinne der StVO, sondern als Spielzeug gilt.

In bestimmten Naturschutz- oder Waldgebieten ist das fahren mit Schlittenhundegespannen explizit verboten um die dort lebenden Wildtiere nicht zu stören. Gespanne von 1-2 Hunden sind sicher eher mit einem Hund zu vergleichen, der neben dem Fahrrad läuft, aber im Zweifelsfall sollte man sich vor dem ersten Ärger über die Gesetzeslage im eigenem Bundesland bzw. den betreffenden Waldgebieten erkundigen. Solange man sich anständig Verhält und nicht gerade in der Dämmerungszeit, wenn das Wild am aktivsten ist durch den Wald heizt, wird sicher keiner an unserem Sport Anstoß nehmen.

Egal welches Fahrzeug oder welche Anspannung man wählt, ist es immer sinnvoll sich ruhige Wege abseits vom Straßenverkehr zu suchen und dabei natürlich Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen, für die ein Hundegespann nun einmal nichts alltägliches ist. Nähert man sich von hinten, ist es neben dem Warnen mit einer Fahrradklingel sinnvoll auch verbal auf die genaue Art des ungewohnten Gefährts hinzuweisen. Wie oben schon erwähnt ist es im Wald, aber auch beim passieren von Weidevieh (Kühe, Pferde, Schafe, ...) angebracht, dass Tempo zu drosseln und ruhig daran vorbei zu fahren ohne die Tiere zu erschrecken.

Geeignete Fahrstrecken

Ideal für das Fahren mit Hunden sind trockene Waldböden. Auf dem weichen, leicht federnden Untergrund werden die Gelenke und Pfoten der Hunde kaum beansprucht und die umstehenden Bäume dienen sowohl im Winter als auch im Sommer als Wetterschutz. Am Wenigsten geeignet sind dagegen Asphalt- oder Teerstrecken, weil die raue, harte, dunkle Oberfläche die Pfotenballen aufschmirgelt, die Gelenke stark belastet und sich im Sommer sehr schnell aufheizt. Solche Wegabschnitte sollten möglichst vermieden oder zumindestens nur langsam gefahren werden. In der Regel wird man Strecken vorfinden, die irgendwo dazwischen liegen, also Wege mit Schotterbelag, solche bei denen nur die Fahrspuren rechts und links befestigt sind oder man muss ein Stück Asphaltstrecke bewältigen um auf Waldboden fahren zu können. Solange man seine Fahrweise entsprechend anpasst ist eine Mischung aus verschiedenen Untergründen jedoch kein Problem und kann durch den leichten Abrieb bei härteren Untergründen sogar bei der Krallenpflege helfen.

Fährt man in Seilanspannung kann der Hund relativ frei entscheiden ob er auf dem befestigten Weg oder lieber auf dem seitlichen Grünstreifen laufen möchte und so sind auch Asphaltstrecken gut zu bewältigen. In der Zugstange muss der Hund jedoch auf dem Weg bleiben, weswegen man die Fahrstrecken noch sorgfältiger wählen sollte.

Wasserversorgung

Ein Fahrzeug zu ziehen ist für den Hund anstrengend und entsprechend groß ist der Wasserverlust. Es ist daher sehr wichtig den Hund vor und nach der Arbeit ausreichend mit Wasser zu versorgen um eine Austrocknung zu verhindern. Etwa 1-2 Stunden vor dem Anspannen sollte der Hund 0,5 bis 1 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Da kaum ein Hund soviel auf einmal trinken wird, kann man etwas Milch, Brühe, o. ä. dazu mischen um das Wasser schmackhafter zu machen. Damit der Hund sich danach lösen kann ist ein kleiner Spaziergang vor dem Fahren wichtig, denn niemand mag gerne arbeiten wenn er dringend mal muss. Nach der Arbeit und bei Bedarf auch zwischendurch erhält der Hund Wasser zur freien Verfügung. Einen Wasserspender oder eine kleine Flasche und ein Faltnapf sollte man also immer dabei haben.

Wetter

Das Wetter spielt beim Fahren eine große Rolle. Die Temperaturen sollten +15°C nicht überschreiten um eine Überhitzung des Hundes zu vermeiden. In der Sommerhitze ist es wenn überhaupt nur noch in den frühen Morgenstunden oder an schattigen Plätzen möglich kleine Runden zu fahren und im Zweifelsfall muss eine Sommerpause eingelegt werden. Regen ist kein Grund Zuhause zu bleiben, aber die Touren sollten sich in Grenzen halten. Die Hunde sind häufig nicht so motiviert und vor allem bei feuchtwarmem Wetter ist die Anstrengung für den Hund viel größer als bei Trockenheit.

Fahren auf Schnee ist mit speziellen Schlitten kein Problem, aber bei Fahrzeugen mit Rädern muss man aufpassen. Die Reifen greifen auf Schnee und Eis schlechter oder schlimmstenfalls gar nicht und Bremsen oder die Spur halten kann schwierig werden. Bei zweirädrigen Zugfahrzeugen besteht außerdem Sturzgefahr. Bei Tiefschnee ist es natürlich auch für die Hunde wesentlich anstrengender und Streusalz kann die Pfoten schädigen.

Bevor man los fährt, sollte man sich also auch Gedanken ums Wetter machen. Sind die Bedingungen nicht ideal und der Wetterbericht verspricht keine Besserung muss man abwägen ob es besser ist ganz zu verzichten oder man die Strecken entsprechend kürzt. Ist besseres Wetter in Aussicht, ist es in der Regel sinnvoll noch ein oder zwei Tage darauf zu warten.

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