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Ohne Hund kein Hundefahrsport !

Am Anfang steht die Frage ob der eigene Hund überhaupt für das Fahren geeignet ist. Dazu ist es immer wichtig jeden Hund für sich zu betrachten und sich im Zweifel für den Hund, aber gegen den Fahrsport zu entscheiden ...

Was kann mein Hund ?

Körperlich ist jeder gesunde Hund in der Lage etwa das 3-5fache seines eigenen Körpergewichts zu ziehen und es gibt durchaus Kleinsthunde die gelernt haben ein ihrer Statur angepasstes Wägelchen zu ziehen und mit diesem Kunststück z. B. bei Vorführungen aufzutreten. Dieses Beispiel lässt sich auch auf die "Großen" übertragen, denn es gibt durch die vielen unterschiedlichen Fahrzeuge mit denen man diesen Sport ausüben kann für (fast) jeden Hund die richtige Lösung.

Hat man einen kleinen, leichten Hund oder ein Gelände mit vielen Steigungen sollte man ein leichtes Fahrzeug wählen, bei dem man den Hund bei Bedarf unterstützen kann. Bei einem oder sogar mehreren großen Hunden und flachem Gelände hat man die freie Wahl, denn unter diesen Voraussetzungen ist auch bei etwas schwereren Fahrzeugen zusätzliche Hilfe kaum nötig. So kann man am Fahrrad, Roller oder Trike bedenkenlos auch einen kleineren Hund laufen lassen, der nicht unbedingt viel Zugkraft aufbringen kann, aber gerne läuft. Beim Sacco-Cart oder Bollerwagen sollte man sich an den Mindestmaßen von ca. 25 kg Körpergewicht und 55 cm Schulterhöhe orientieren. Wichtig ist hierbei auch das Verhältnis von Größe und Gewicht zueinander. Ein großer, schlanker Hund legt zwar meistens ein schnelleres Tempo vor, wird aber im Gegensatz zu einem zwar etwas kleineren, aber dafür kräftig gebauten Hund eher mit dem Anzuggewicht zu kämpfen haben.

Nicht weniger wichtig als die körperlichen Gegebenheiten ist auch die Motivation des Hundes. Bringt der Hund eine entsprechende Begeisterung fürs Ziehen und Laufen mit, ist auch eine kleine Steigung kein Problem. Gehört der Hund eher zu den gemütlichen Kandidaten, fordert er schon eher mal ein bisschen Unterstützung. Sind die Rahmenbedingungen erfüllt ist die Rasse eines Hundes unwichtig. Ein Schäferhund, Dobermann, Pudel oder Mischling kann genauso Spaß am Ziehen haben, wie die nordischen Rassen oder Sennenhunde.

Ist mein Hund fit genug ?

Fahren ist ein sehr schonender Sport. Die Hunde müssen keine scharfen Wendungen machen oder über Hürden springen, sie bestimmen ihr Tempo selber und die zu ziehenden Gewichte sind für gut trainierte Hunde keine nennenswerte Belastung. Trotzdem ist es wichtig, dass der Hund um lange daran Spaß zu haben auch gesundheitlich in der Lage ist diesen Sport auszuüben. Ein Gesundheitscheck ist nie verkehrt und wer von bestehenden Krankheiten weiß oder diese vermutet, sollte vorher mit seinem Tierarzt sprechen. Da nicht jeder Tierarzt zwingend Kenntnisse über den Hundefahrsport hat, kann man im Zweifelsfall kurz erklären was man genau vor hat und das der "arme" Hund keine tonnenschwere Lasten schleppen soll ...

Es dürfte selbstverständlich sein, das kranke oder anderweitig eingeschränkte Hunde (z. B. trächtige Hündinnen, behinderte oder stark übergewichtige Hunde) nicht gefahren werden, allerdings können speziell Hunde mit leichter (!) Hüftgelenksdysplasie tatsächlich vom Laufen in der Zugstange profitieren. Hunde mit HD können beim ruhigen, gleichmäßigen Ziehen von geringer Last ähnlich wie bei Schwimmtherapien Muskulatur an der Hinterhand aufbauen, welche hilft die Gelenke zu stützen. Dieses Training sollte aber immer mit dem behandelndem Tierarzt abgestimmt und kontrolliert werden. Eine gewisse Grundfitness des Hundes ist immer gut, aber auch weniger sportliche Hunde kann man im Laufe des Zugtrainings aufbauen – es geht nur entsprechend langsamer.
 

Wie wichtig ist das Alter ?

Es ist grundsätzlich möglich einen Hund ab einem Alter von ca. 10-12 Monaten einzufahren, aber neben der körperlichen Entwicklung ist auch die geistige Reife sehr wichtig. Ein Hund der in seinem Verhalten noch sehr "welpig" und geistig noch nicht gefestigt ist, könnte mit der Zugarbeit mental überfordert sein. Trifft das auf den Hund zu, sollte man sich in Geduld üben und ihm Zeit lassen um erwachsen zu werden.

Einen jungen Hund "Einfahren" heißt selbstverständlich nicht, dass der Hund ab diesem Alter schon voll für die Zugarbeit eingesetzt werden darf, sondern das man ihm zu diesem Zeitpunkt lediglich beibringt einen Wagen zu ziehen. Auf die eigentliche Zugarbeit wird er in kleinen, seiner Entwicklung angepassten Trainingsschritten vorbereitet. In einem Alter von 18-24 Monaten (je nach Rasse) kann man den Hund nach entsprechendem Training ohne besondere Einschränkungen am Wagen arbeiten. Ein Höchstalter gibt es nicht. Wenn ein alter Hund noch fit und gesund ist, spricht nichts dagegen ihn entsprechend seiner Konstitution zu fahren.

Hundefahrsport ist Tierquälerei !?

Die meisten Menschen, die das erste mal ein Hundegespann sehen, sind sehr skeptisch ob man den Vierbeinern damit auch etwas Gutes tut oder ob es sich nicht doch um Tierquälerei handelt. In der heutigen Zeit ist Zivilcourage etwas sehr seltenes und man sollte sich daher immer ein paar Minuten Zeit nehmen um solche Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.

Grundsätzlich liegt es in der Hand des Hundehalters ob der Hundefahrsport zur Tierquälerei ausartet oder einfach ein schöne Beschäftigung ist, die allen Beteiligten Spaß macht. Man kann einen Hund nicht zum Ziehen zwingen und versucht man es doch, riskiert man böse Verletzungen bei Hund und Mensch. Laut Tierschutzgesetz ist es verboten "ein Tier auszubilden oder zu trainieren, sofern damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind" oder "einem Tier außer in Notfällen Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen".

Die einzig vernünftige, effiziente und tierschutzgerechte Methode einen Hund zum Ziehen zu bewegen ist ihn langsam und mit viel positiver Bestärkung an die Sache heran zu führen. Auch wenn ein Hund gerne an der Leine zieht, ist ein Hundewagen oder eine Zugstange ein Fremdkörper den er kennen lernen muss, bevor er versteht, das es auch Spaß machen kann seine Zugkraft sinnvoll einzusetzen. Ich empfehle Neueinsteigern immer sich die ersten Schritte bei einem Fahrkurs zeigen zu lassen und so von Anfang an Fehler und somit Schäden an Tier, Mensch und Material zu vermeiden.
 
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